gunnar engelMein Leben, meine Geschichte – jeder lebt anders, jeder hat seine eigene Auffassung von Glauben. In diesem Format „Glaubensgeschichten“ möchte ich Menschen vorstellen, die besondere Biographien haben oder auf eine besondere Art und Weise ihren Glauben ausleben. Eine sehr besondere Geschichte ist diese von Gunnar Engel.

Das ungekürzte Interwiew zum Anhören:

Gunnar Engel ist Pastor in der kleinen Gemeinde Wanderup. Doch sein Handeln dort geht weit über die norddeutsche Gemeinde hinaus. Über das Internet erreicht der junge Pastor Menschen aus ganz Deutschland und zeigt anderen Christen seine Lebensmitte. Dadurch erreicht er vor allem jüngere Menschen, doch jeder hat die Möglichkeit, ihn und sein Leben zu begleiten. Ob visuell oder audiovisuell, ob per Video oder in Bildern, Gunnar Engel nutzt die vielen Formen des Internets, um die Menschen zu erreichen:

„Ich mach das über drei Wege. Ich habe angefangen, dass ich meine Predigten, die ich sonntags im Gottesdienst als Pastor halte, immer mitgeschnitten habe und diese hochlade. Da sind jetzt etwas über 100 Stück zusammen gekommen. Und dann ging das weiter mit Instagram und Youtube, also vor allem visuelle Medien, wo ich Videos oder Bilder mache, um zur einen Hälfte aus meinem Alltag als Pastor und Christ zu erzählen und zur anderen Hälfte die christlichen Fragen oder die christlichen Basics durchzugehen.“

Eine Art seiner Beiträge beschäftigt sich vor allem mit ihm als Pastor. Doch auch sein privates Leben als Christ ist untrennbar mit seinem Beruf verbunden und so erfährt man auch immer etwas von der Person dahinter. Gunnar Engel – Life of a Pastor (Leben eines Pastors), so beschreibt er sein Projekt. Wie ist das Leben eines Pastors? Welche Erkenntnisse zieht man aus dem Beruf? Was ist gut? Was könnte besser sein? All das sind Themen, die er vermittelt. Doch auch mit Videos direkt aus dem Alltag zeigt er Menschen aus ganz Deutschland das Leben in seiner Gemeinde. So wird sogar ein Video interessant, in dem der Pastor berichtet, wie der Kirchturm seiner örtlichen Gemeinde abgerissen wird:

„Ich glaube, es ist ein Blick hinter die Kulissen. Wenn man jetzt nicht persönlich einen Pastor kennt, hat man eine gewisse Vorstellung: Der macht sonntags was, der macht Trauerfeiern und wenn jemand reden will, ist er auch da. Und dann ist ja bei mir das Schöne, dass man bei mir Beruf und Privatleben nicht trennen kann. Deshalb spielt, selbst wenn ich etwas Berufliches zeige, immer mit rein - Was macht das mit meinem persönliche Glauben? Wie ist der christliche Glaube im Alltag? - Deshalb sind da enorm viele Dinge drin, worüber man auch als Nichtpastor, als Christ nachdenken kann, die man ähnlich sieht.“

Ein Pastor beantwortet den Mitgliedern aus der Gemeinde auch Fragen zu Religion und Glauben. Mit seinem Video-Format „Frag den Pastor“ bietet Gunnar Engel diese Möglichkeit allen. Viele nutzen das, um persönliche Fragen zum Glauben zu stellen, denn dabei ist das anonyme Internet ein großer Vorteil:

„Natürlich könnte jemand aus meiner Gemeinde mich anrufen oder nach dem Gottesdienst mit mir reden, aber manchmal ist da eine Hürde mehr drin, als wenn ich das unter einem Video in einem Kommentar schreiben kann. Und eine Frage in dieser Halb-Anonymität zu stellen, erleichtert ganz viel. Ich glaube, die Fragen, die da gestellt werden, haben auch ganz viele andere Leute und wussten nicht wohin damit.“

Weitere Beiträge aus seinem Berufsleben sind seine Predigten, die er als Audio veröffentlicht. Dadurch bleibt die Predigt auch nach dem Gottesdienst noch bestehen und kann auch von Menschen außerhalb der Gemeinde gehört werden:
„Die Idee dazu kam, weil ich während des Studiums viele Predigen online gehört habe. Das war für mich einfach ein großer Gewinn und ich dachte, wenn ich mal in einer Gemeinde lebe, mache ich das auch. Ich glaube es ist nicht ein Mehrwert für mich, sondern eher ein kleines Geschenk, das denen, die nicht vor Ort sein können, die Möglichkeit bietet, da rein zu hören.“
Und dann gibt es noch die Art von Videos, in denen bestimmte theologische Themen im Vordergrund stehen. Für ihn ist es wichtig, dass „normale“ Menschen, „normale“ Christen, die kein Theologiestudium absolviert haben, Themen aus ihrer Religion verstehen:

„Mir ist es klar, dass nicht jeder Mensch Theologie studiert hat. Und es gibt den Ansporn für mich, die Themen, die für mich klar sind (Warum feiern wir welchen Feiertag? Wie betet man? - das sind Dinge mit denen hab ich mich auseinandergesetzt), runterzubrechen, um sie anderen zu erklären. Das ist für mich auch der Moment, wo ich einige Punkte selbst neu verstehe. Das ist etwas, wo ich an einem einzelnen kleinen Punkt nochmal tiefer gehen kann.“

Gerade beim Lesen der Bibel kommen immer wieder Fragen auf. Wie liest man dieses Buch bzw. diese einzelnen Bücher richtig? Wie versteht man die Texte besser? Mit welcher Erwartung soll ich die Bibel lesen? – All das möchte Gunnar Engel seinen Zuschauern näher bringen:

„»Ich merke, da sind Fragen des Glaubens - ich hab die Bibel auf der ersten Seite aufgeschlagen - ich versteh das nicht« - das sind Kommentare die oft kommen. Es ist halt nicht ein Buch wie jedes andere, sondern eine Sammlung von 66 einzelnen Büchern. Und deshalb hab ich gedacht, ich mach da mal eine Videoserie dazu, wie man sich dem Ganzen nähert. Für mich persönlich, und ich glaube für jeden anderen Christen auch, ist die Bibel die Grundlage, aus der wir erfahren, wer Gott ist. Das ist der Raum, in dem mein Glaube auch Form annehmen kann weil ich Input bekomme, der nicht von mir selber kommt. Durch die Bibel kommt der Input von außen.“

Mit ein paar ganz einfachen Tipps kann man, schon bevor man mit dem Lesen beginnt, mögliche Verständnisprobleme verhindern:

„Ein Tipp, den ich immer gebe, ist, dass man sich eine Übersetzung sucht, mit der man gut klar kommt. Außerdem sollte man mit einem Evangelium zu lesen beginnen. Das ordnet schon mal ganz viel ein, weil wir in Jesus sehen, wie Gott sich uns offenbart. Für mich ist es auch immer ein Tipp, wenn ich Stellen nicht verstehe, dass ich dann schaue, wie ich das im Licht von Jesus sehe. Wenn ich die Offenbarung in Jesus hab, wo Gott uns zeigt, wer er ist, dann bringt das schon mehr Licht ins Dunkle.“

Ein aktuelles Projekt ist, die Bibel in einem Jahr zu lesen. Dazu hat er einen Bibelleseplan erstellt, der jeden einzelnen Bibeltext, aufgeteilt auf ein komplettes Jahr, beinhaltet. Das Ganze ist ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem ihn jeder begleiten kann. Auf Instagram veröffentlicht er kurze Zusammenfassungen der gelesenen Texte und jeder kann mit ihm und anderen Teilnehmern seine Gedanken teilen. Das erleichtert das Projekt:

„Das Schöne ist, dadurch, dass man das miteinander teilen kann, wächst da nach und nach eine Gruppe heran und man kann diskutieren. Da entsteht nochmal eine ganz andere Form von Gemeinschaft um die Bibel herum.“

Das Besondere an der Bibel ist, dass viele Dinge zu einer ähnlichen Zeit passiert sind, aber in verschiedenen Büchern vorkommen. Mit dem Bibelleseplan kann man aber die komplette Geschichte von Anfang bis Ende innerhalb von einem Jahr kennenlernen:

„Tatsächlich ist das der Versuch, die Bibel chronologisch zu lesen. Es fängt dann schon vorne an, aber dann kommt zwischendurch das Buch Hiob, weil man annimmt, dass er sehr früh in der Zeit kurz vor Abraham gelebt hat. Also so, dass man die Geschichte Gottes mit den Menschen von Anfang bis Ende in einer Art chronologischer Reihenfolge lesen kann.“

Mit dieser und auch mit allen anderen Projekten, hilft Gunnar Engel anderen Christen auf ihrem Glaubensweg. Die Wege, über die er das tut, machen ihn als Pastor besonders und ermöglichen ganz neue Zugänge zu Glaube und Religion.

Das war ein kurzer Ausschnitt aus der Glaubensgeschichte von Gunnar Engel. Wenn Ihr nun auch mehr über ihn erfahren wollt, besucht ihn in den sozialen Netzwerken oder auf seiner Website https://pastorgunnar.de, wo man sich unter anderem auch den kostenlosen Bibelleseplan herunterladen kann.
Das Interview gibt es ungekürzt auch als Audiofile oben auf der Seite.
Viel Spaß beim Hören!

                                                                                                        Dominik Kunzmann (FSJ)