logo

Uganda-Lebenshaus - ein Zuhause für verlassene  Kinder mitten im Busch

ugangda lebenhaus 1Eigentlich war Pfarrer Günter Hirt aus Emmelsbüll ja auf Hilfsprojekte für Peru ausgerichtet mit seiner damaligen Gemeinde Wiesental; aber als der Hilferuf aus Uganda ihn erreichte, verweigerte er sich nicht: Als stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Projekthilfe Uganda e. V. Bruchsal“ bereiste er in den Jahren 2004-2008 das Land. Inmitten der großen Armut berührte ihn am allermeisten das Elend der Kleinsten, der verwaisten, verlassenen oder verwahrlosten Babys und Kleinkinder. Und so kämpfte er für ein „Revival Home“, für die Einrichtung eines Lebenshauses, in dem diese Kinder eine Zukunftschance hätten - jahrelang vergebens.

2010 endlich, nach vielen frustrierenden Kontakten mit weltlichen und kirchlichen Behörden, schien die Verwirklichung seiner Vision in greifbarer Nähe und das nötige Baumaterial war schon an transportiert worden - da zeigte sich, dass korrupte Kreise bereits ihre eigenen Pläne damit hatten. Schlaflose Nächte folgten, Gebete und schließlich Gespräche mit der  Generaloberin des Bannabikra-Ordens, eines Ordens mit nur einheimischen Schwestern, deren Einsatz für die Armen überall im Land er bereits kennengelernt hatte. Das war der Durchbruch: Der Orden sicherte  ihm und seinem gemeinnützigen Verein ein Grundstück mit rd.10 Hektar Land zu, und schon 2 Tage später wurde das gesamte Baumaterial wieder aufgeladen und direkt zu dem Grundstück und der dort bereits bestehenden kleinen Schwesternstation gebracht. Das Lebenshaus konnte gebaut werden.

Heute sind im Lebenshaus in der Regel rd. 30 Babys und Kleinkinder untergebracht. Fast alle haben ihre Mütter bei oder nach der Geburt verloren, hier werden sie, wie es im Flyer heißt, „lebensfähig“  gemacht und bis zum Schulalter liebevoll begleitet. Das Lebenshaus bleibt auch noch während der Schulzeit ihr Zuhause, ihre Betreuer aus dem Lebenshaus-Team bleiben mit regelmäßigen Schulbesuchen, Ferienprogrammen, gesundheitlicher Versorgung etc. weiterhin ihre vertrauten Ansprechpartner in allen Lebenslagen. Pfarrer Hirt: „So stellt das Lebenshaus eine Großfamilie dar, wo die Kinder ein dauerhaftes und zuverlässiges Zuhause haben“.

Finanziert wird das Ganze aus kleinen und großen Spenden und vor allem durch Kinderpatenschaften. Dazu kamen und kommen weiterhin ehrenamtliche Einsätze von deutschen Handwerkern und Fachleuten aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, die das Können der Einheimischen gezielt fördern. Für die Betreuung der Babys und Kleinkinder sind neben den Ordensschwestern 6 „Matrons“ tätig und zwei Tagesbetreuer, die mit der Heimleiterin Schwester Maria auch die Schulbesuche und die Kontaktpflege zu den Schulkindern übernehmen. Zwei Köche kochen täglich frisch, was auf den Feldern wächst, und sieben Männer sind in  Landwirtschaft, Tierhaltung und Technik beschäftigt. Eigener Strom wird erzeugt und eigene Brunnen betrieben, gleichzeitig wird Regenwasser gesammelt für die Tröpfchenbewässerung der Felder. Pfarrer Hirt: „Wo vorher nur Ödland war, wird jetzt ein ordentlicher Ertrag erwirtschaftet.“

Immer mehr Aufgaben übernimmt das Lebenshaus, inzwischen kümmert man sich schon vor der Geburt um die werdenden Mütter in Not. Dazu wurde ein getrenntes Gebäude, das eigentlich Schulungszentrum sein sollte, umfunktioniert zu einem kleinen Gesundheitsposten. Die Leitung hat eine junge Krankenschwester, die auch Hebamme ist, und sich mit  Sprechzeiten und Besuchen in den Hütten um die arme Bevölkerung im Umkreis des Lebenshauses kümmert. Bereits 2019 kamen 32 solcher Frauen, die ausnahmslos alle ihre Kinder gesund gebaren und selbst am Leben blieben.

ungangda lebenshaus 2In dieser Gesundheitsstation wurde im November 2021 sogar ein Corona-Impfzentrum eingerichtet, wo sich inzwischen Menschen aus der Umgebung auch alle anderen Standardimpfungen kostenfrei verabreichen lassen können. Die Krankenschwester Justine vom Gesundheitsposten macht eine entsprechende Schulung mit, um das Ärzte-Team, das im Abstand von 2-3 Wochen kommt, bei den Impfungen unterstützen zu können.
Durch den Corona-Lockdown sind die Lebensmittelpreise gestiegen und von vielen nicht mehr bezahlbar: Corona-Zeiten bedeuten für die Armen in Uganda akute Notzeiten, in denen Menschen verhungern können, Also schickt das Lebenshaus-Uganda Lebensmittelpakete mit dem Notwendigsten, zunächst an die Ersatzfamilien „ihrer“ Schulkinder, die ja nicht mehr in den Schulen versorgt werden können, dann an weitere Notleidende: Im August 2021 an über 70 Familien, und das zum 5. Mal seit Ausbruch der Pandemie.

Woher das Geld kommt? Zum Teil vom Kindermissionswerk „Stern-singer“, zuletzt von einer größeren Spende der evangelischen Gemeinde Emmelsbüll, mit der Pfarrer Günter Hirt beste Kontakte unterhält. Auch aus unserer Kirchengemeinde kommen großzügige Spenden, von vielen Einzelpersonen und den Erlösen aus Veranstaltungen der Kolpingsfamilie Busenbach. Zwar hat Pfarrer Hirt die Hauptverantwortung für seine Gründung inzwischen in jüngere Hände gelegt, aber sein Herzensanliegen ist das Lebenshaus natürlich geblieben, und: „Wes das Herz voll ist, des fließt der Mund über“…

So viele berührende Geschichten  weiß er zu erzählen!

Immer mehr weiß „man“ in der Umgebung vom Lebenshaus, und Babys und Kleinkinder in den hilflosesten Situationen und aus den entlegensten Gebieten werden zu dieser Rettungsstation gebracht, oft hunderte Kilometer weit:

Aktuelles:

ungangda lebenshaus 3- Eine junge Mutter (15 Jahre) hätte am 8. Februar Geburtstermin gehabt. Am 22. Januar wurde das Lebenshaus um Hilfe gerufen, da das Mädchen Fieber bekommen  und das Bewusstsein verloren hatte. Unser Team hat das schwangere Mädchen sofort ins Krankenhaus gebracht, wo ein Notkaiserschnitt durchgeführt wurde. Mutter und Frühchen - Beide sind wohl auf, beide Leben sind gerettet. Ein Paradebeispiel dafür, was wir durch das Mutter-Kind-Programm bewirken können.

- Zur Zeit ist ein kleines weiteres Projekt in Planung. Sr. Maria hatte diese Idee: Das Lebenshaus betreut aktuell 16 Teenager-Schwangerschaften (13 bereits mit geborenem Kind, 3 noch schwanger), die alle wegen der frühen Schwangerschaft die Schule abbrechen mussten. Mit den Mädchen hat Mama Maxi angefangen zu nähen und Schmuck zu basteln. Die Idee ist, dass die jungen Frauen nähen lernen und damit Näharbeiten für einen kleinen Verdienst

erledigen können. Für diese Tätigkeiten soll der Kellerraum unter dem Gesundheitsposten genutzt werden. Als Projektidee möchten wir mehr Nähmaschinen und Stoffe kaufen.

- Der eineinhalbjährige Schullockdown kostete v. a. ärmste Mädchen aus dem Wohnumfeld des Lebenshauses, die staatliche Schulen besuchten, Zukunftschancen wegen Schutzlosigkeit, Elend, Ausbeutung und vermutlichem Totalabbruch von Schulen und Bildung. Wir versuchen wenigstens Teilabhilfe.

- Bei unseren Schulmädchen konnten wir solches durch regelmäßige Besuche, Lebensmittelhilfen und ein kleines Bildungsersatzprogramm verhindern. Seit 10. Januar 2022 sind die Schulen nun wieder offen. Eine deutsche Kinderärztin aus Heidelberg, die im Januar und Februar im Lebenshaus wirkt und parallel im Krankenhaus in Bwanda, konnte alle Kleinkinder im Lebenshaus und alle unsere Schüler und Schülerinnen in den armen Ersatzfamilien aufsuchen, behandeln und beim Transport zu den wieder eröffneten Schulen helfen. Da die Matratzen, Schulkleidung und Lernmaterialien in den armen Hütten unbrauchbar geworden waren, haben wir für rund 5.000 € alle neu ausgestattet. Gott und unserem treuen Spenderkreis sei Dank, dass wir das spontan beauftragen konnten, als die Nachricht von der Wiedereröffnung der Schulen kam.

Unser Herzensprojekt Lebenshaus zeigt, dass der Glaube eben doch Berge versetzen kann. Gottes Segen möge das Uganda-Lebens-haus und alle seine Helfer und Unterstützer weiterhin begleiten!

Wenn Sie an weiteren Informationen interessiert sind, sind Sie herzlich zu den Gottesdiensten und der Begegnung mit Pfarrer Hirt eingeladen.

Kontaktieren Sie uns darüber hinaus gerne, Heinz Götz aus Busenbach, Julia und Dominik Willert haben 2011, 2013 und 2015 in Uganda beim Bau des Krankenhauses und des Lebenshauses vor Ort mitgearbeitet und geben gerne Auskunft. Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

www.uganda-lebenshaus.de

Ines Henkenhaf / mit freundlicher Genehmigung Karin Hollensen