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Eppinger Linie – Krieg und Frieden

Zu dem Ausflug im Grünen hatten sich 12 Personen und ein Hund zusammengefunden.

Die Eppinger Linie ist eine im 17. Jahrhundert gebaute Verteidigungslinie, die von Weißenstein bei Pforzheim bis nach Neckargmünd reichte. Heute zeugen noch zahlreiche Anlagen und vor allem Erdbewegungen (Wälle und Gräben) von dieser Verteidigungslinie. Verschiedene Installationen und großformatige Bilder des Künstlers Hinrich Zürn laden zum Nachdenken ein: Zerstörung, Begegnung, Arm und Reich, Bauernopfer, Weitblick, Mühsal, Verhack und Frieden – so sind die Bilder überschrieben und eröffnen den Blick auf verschiedene Themenfelder, die zu Krieg oder Frieden führen können. Beim ehemaligen Verteidigungsturm (Chartaque) machten wir kurz Rast und genossen die Aussicht. Nicht nur hier wurde deutlich, wie unterschiedliche wir Dinge, Erfahrungen und Orte erleben und bewerten können. Früher wurden diese Türme an den Stellen mit der besten Aussicht ins Land gebaut, um den Feind rechtzeitig zu erspähen, heute werden unsere Augen mit üppigem Grün, Weinbergen und Hügeln verwöhnt.

Wie möchten wir in unsere Welt schauen? Wie weit reicht unser Blick? Wie schütze wir unsere Grenzen (freundlich oder mit spitzen Palisaden) – und respektieren andere unsere Grenzen? Wie kann Begegnung und Frieden entstehen?

Klar wurde uns auch, dass „jedes Haus“ Frieden braucht – dass aber ein Haus alleine noch keinen Frieden macht. Wir brauchen alle einander.

Text: Ruth Fehling, Fotos: Mirjam Bartberger