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Mittwoch, den 6. Juli - 3. und letzte Gesprächsrunde zu: Bleiben oder austreten? Mit Gästen!

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Dieses Mal haben wir Gäste dabei. Anne Fehling, Lehrerin in Reutlingen, ist im Januar 2022 ausgetreten. Teresa Ostertag wohnt in Ettlingen und ist Schulseelsorgerin. Eigentlich wäre sie Priesterin - wenn sie dürfte. Sie ist Mitglied der katholischen Kirche. Zudem haben wir bei zwei jungen Erwachsenen angefragt, die ebenfalls ausgetreten sind. Ob sie dabei sein werden, wissen wir jetzt, zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht. Sie alle werden uns berichten, wie sie Kirche erleben und warum sie nach wie vor Mitglied sind oder eben ausgetreten sind. Bei denen, die austreten, stellt sich natürlich auch die Frage: Ändert das etwas? Und wenn ja, was?

Unsere Gäste werden zunächst zu Wort kommen, danach werden wir wie gewohnt in den Austausch gehen.

 

Zu der Idee der Treffen insgesamt:

Bleiben oder austreten? Fast ist es bisschen wie mit Corona. Jede*r kennt jemanden, der oder die …, nein, in diesem Fall nicht erkrankt, aber ausgetreten ist.

Bei den einen sind es die eigenen Kinder, bei anderen der Nachbar oder die Kollegin. In vielen Gesprächen spüren wir, wie schmerzhaft diese gegenwärtigen Prozesse in unserer Kirche sind, - auch für uns Hauptamtliche selbst. Wir sind ja wie Sie Teil dieser Kirche und kennen Menschen, die austreten.

Die gegenwärtige Situation in unserer Kirche macht es für viele schwierig, zu bleiben. Sie empfinden, dass die Kirche (einzelne Personen, Amtsträger, und Strukturen der Kirche) ihren Auftrag verraten hat und nicht mehr die Kirche Jesu Christi ist. Von manchen „guten“ Katholiken wird den Ausgetretenen Verrat und Glaubensabfall vorgeworfen. Doch ist es nicht die Kirche selbst (einzelne Personen, Amtsträger, und die Struktur der Kirche), die Menschen verrät? Ausschließt? Ihre Würde mit Füßen tritt? Ist das noch im Sinne Gottes?

Wir wenden uns heute an diejenigen unter Ihnen, die sich irgendwo nahe an dieser Grenze der kirchlichen Zugehörigkeit bewegen. Manche wechseln dann die Seite, gehen auf`s Standesamt und melden sich ab. Manchen ist dabei die Kirche egal, anderen ist die Kirche sehr wichtig, eigentlich, aber sie können es vor ihrem Gewissen nicht mehr verantworten, zu einer solchen Institution zu gehören. Manche wiederum ringen mit sich, bleiben dann doch, und bleiben mit ihrem Schmerz und den ungelösten Fragen zurück. Gleichzeitig haben sie gegenüber Austretewilligen keine Argumente mehr auf der Hand, die zum Bleiben bewegen könnten.

Gesprächsrunde auf Zoom

Wir wollen dieses Ringen um unsere Kirche aufgreifen und zu einer Gesprächsrunde einladen: „Ausgetreten: jetzt reicht`s – oder bleib ich noch?“ Angesprochen sind die, die schon ausgetreten sind, die, die es sich überlegen, - und die, die bleiben möchten, trotz aller Schwierigkeiten, die aber ebenfalls unter der Situation leiden.

Sie können Ihre Gedanken, Ihren Frust, Ihre Sorgen und Fragen äußern und besprechen. Wir möchten gerne zuhören und wahrnehmen, was sie bewegt. Themen in dieser Runde können z.B. sein: die aktuellen Themen zur Katholischen Kirche in den Medien, oder persönliche Anliegen, wie: „Wann läuft bei mir das Fass über?“ – „Ausgetreten, und jetzt?“ – „Wohin entwickelt sich die katholische Kirche?“ – „Kann ich mit gutem Gewissen in einer solchen Institution bleiben?“ – „Was hält mich in der Kirche?“ – „Wie gewichte ich meine Erfahrungen mit der Kirche vor Ort und meine Erfahrungen mit der weltweiten Kirche?“

Wir treffen uns jeweils um 20 Uhr auf Zoom am Mittwoch, den 6. Juli.

Die Treffen werden geleitet von Pfarrer Torsten Ret und Pastoralreferentin Dr. Ruth Fehling

Die Zoom-Eingangsdaten finden Sie am Ende des angehängten Briefes (pdf-Dokument). Aus technischen Gründen können wir sie hier nicht einstellen. Sie können die Zugangsdaten auch bei Frau Fehling erfragen, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. . Sie werden zudem in der Printversion des nächsten Pfarrblatts veröffentlicht.
Für die Treffen muss man sich nicht anmelden.

Brief an die Ausgetretenen

Diesen Brief möchten wir Ihnen gerne zur Verfügung stellen. Es ist der Brief, den Menschen, die ausgetreten sind, von unserer Kirchengemeinde erhalten. Vielleicht finden Sie darin den ein oder anderen hilfreichen Gedanken auch für sich selbst.
Das uns Wichtigste ist: Unsere Türen bleiben offen. Und wir sind dankbar für und interessiert an allen Menschen, ob ausgetreten oder nicht. Wir sind überzeugt (diese Überzeugung müssen Sie nicht teilen, aber es ist unsere Überzeugung): Eine Sehnsucht nach Gott tragen wir alle in unserem Herzen, ob ausgetreten oder nicht. Und es wird immer Gott bleiben, der uns findet. Und er findet uns, innerhalb und außerhalb der römisch-katholischen Kirche.

Wenn Sie Fragen haben oder Ihnen ein Gespräch gut tun würde, melden Sie sich bitte. Wir begleiten Sie auf ihrem Weg, wohin er Sie auch führt, wenn Sie das möchten.

Herzliche Grüße, im Namen des Seelsorgeteams, Torsten Ret und Ruth Fehling

pdf2022_Brief_Ausgetretene.pdf