Vor zehn Tagen besuchten wir die afghanische Familie Rafizada in Dornstadt bei Ulm und erfuhren in einem persönlichen Gespräch ausführlich über den Zustand des Landes und den weiterhin angestrebten Einsatz für die afghanische Bevölkerung. Das Hauptaugenmerk der seit Februar 1999 offiziell angemeldeten Hilfsorganisation liegt in Versorgung von Kranken durch Ausstattung von Krankenhäusern, insbesondere der urologischen und chirurgischen Abteilung eines Kabuler Krankenhauses; außerdem in der Ausrüstung von Schulen mit Lehrmitteln und Schreibmaterialien. Auch unter den Taliban können Kinder, Mädchen wie Jungen 5 Jahre die Grundschule besuchen, Mädchen nur solange ihnen ihre Weiblichkeit noch nicht anzusehen ist! Aber! - die Lehrkräfte bekommen seit Monaten kein Gehalt und leiden große Not.

In Afghanistan herrschen unsägliche Zustände, wie wir auch aus der Tagespresse erfahren. Herr Rafizada und seine Frau konnten uns konkrete Beispiele nennen, z.B., dass etliche Politiker Gelder in Millionenhöhe von den Banken geraubt und damit sich abgesetzt haben. Und dass das US-Militär beim Verlassen des Landes viele Maschinen und Anlagen zerstört haben, die teilweise dem Afghanischen Volk gehören. Für Afghanistan kommt noch erschwerend hinzu, dass es seit mehreren Jahren in diesem ariden (trockenen) Land nicht mehr geregnet hat, es herrscht Hungersnot, wie dies auch von anderen Hilfsorganisationen bestätigt wird (Welthungerhilfe, Caritas Int.,...) Das Land liegt "in Schutt und Asche".

Dennoch: Hilfe von außen wird von den Taliban geduldet.

Es gibt also genügend Gründe, akut die "Ulmer Initiative", das Lebenswerk von Herrn Rafizada, zu unterstützen, wie wir es vom EineWeltKreis schon seit Jahren tun. Er hat die Möglichkeit, dass die Spendengelder sicher an Ort und Stelle gelangen. Sein Bruder und andere Familienmitglieder sorgen dafür, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Es ist von großem Wert, dass sich die Familienmitglieder aufeinander verlassen können.

Wenn man sich noch ausführlicher informieren möchte, dann stehen wir gerne zur Verfügung (Tel.: 07243-65370). Wer die Ulmer Initiative unterstützen möchte. kann das gerne über unser EineWelt-Konto tun: IBAN: DE41 6609 1200 0009 7022 10; Stichwort "AFGHANISTAN". Dafür ein herzliches "Vergelt´s Gott".

Sobald sich Herr Rafizada von einer schweren Operation erholt hat, könnte er Waldbronn auch einen Besuch abstatten, falls das gewünscht würde. Manch eine*r mag sich noch an Ihn erinnern, als er 2002 an unserem Fastenessen zugunsten der "Ulmer Initiative für Kabul" teilgenommen hatte.

Waldbronn im Oktober 2021
Georg Vogel / Elke Heumann